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25.06.2010 24h Nürburgring

Frühes Unfallaus beendete alle Hoffnungen

Für das Radevormwalder Team race&event war das diesjährige ADAC 24 Stunden-Rennen auf dem Nürburgring früh beendet. Gegen 1.35 Uhr bedeutete eine Kollision im Bereich Pflanzgarten das vorzeitige Aus für den Mercedes-Benz SLS AMG GT3. „Die Schäden sind leider zu umfangreich. Aber die Hauptsache ist, daß unser Pilot Eckhard Geulen den Unfall unversehrt überstanden hat“, sagte Teammanager Martin Mohr. „Wir waren gut unterwegs und auf dem Weg nach vorn. Schade, aber so ist Rennsport.“

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Piloten Heinz Schmersal (Wuppertal), Eckhard Geulen (Bonn), Klaus Dieter Frers (Delbrück) und Pseudonym-Pilot Tiger (Wuppertal) eine taktisch gute und fast fehlerfreie Fahrt gezeigt. Einzig Ecki Geulen hatte sich in der vierten Stunde in der Kumho-Kurve gedreht und danach Probleme, den Motor wieder zum Leben zu erwecken. „Leider habe ich dabei auch den ABS-Schalter erwischt und auf Off gestellt“, schilderte der 44jährige. „Von da an war das Fahrverhalten etwas abenteuerlich.“

Voll im Soll

Auf Harakiri-Runden mit Qualifyers hatte race&event im Zeittraining bewusst verzichtet. „Unser Ziel war ein schönes Resultat zwischen Platz 15 und 20 im Gesamtklassement. Da spielt die Startposition nun wirklich keine Rolle“, sagte Heinz Schmersal. „Und wir waren auf einem guten Weg und lagen zum Zeitpunkt des Ausscheidens auf Rang 28 – also voll im Soll!“

Für Startfahrer Tiger war die Einführungsrunde ein ganz besonderes Erlebnis: „Ich habe mich sehr gefreut, daß mir die Ehre zuteil wurde, den Start und durch das Spalier der Fans an der Strecke zu fahren!“ Nach seinem Nachtstint kletterte der 42jährige begeistert aus dem SLS. „Schwere Unfälle in der Fuchsröhre und an der Hohen Acht verhinderten gute Zeiten. Aber die freien Sektoren haben gut gepasst. Und die Rauchschwaden über der Strecke waren einfach nur super!“

Mercedes ist einfach zu beherrschen

Die ständig wechselnden Witterungsbedingungen sowie ein Problem mit der Drosselklappe im Training hatten den beiden Mercedes-Debütanten Frers und Geulen nicht gerade geholfen, sich auf den SLS einzuschießen. „Ich weiß noch gar nicht, wo die Grenzen des Autos sind“, sagte Geulen. „Ich werde mich vorsichtig rantasten, aber sicherlich keine großen Risiken eingehen.“

Obwohl Klaus Dieter Frers durch die technischen Probleme nur vier Runden im Training „herumrollen“ konnte, konnte er präzise Vorschläge zur Fahrwerksabstimmung machen. Hinterher war der SLS nicht wieder zu erkennen und glänzte durch einfache Beherrschbarkeit. Frers übernahm als dritter Pilot das Cockpit des Mercedes und verbesserte sich von Runde zu Runde. „Der SLS macht sehr viel Spaß und ich bin begeistert. Der Flügeltürer ist nicht so nervös wie mein früherer Porsche.“

Besonders der Gripp aus engen Kurven beeindruckte Frers, der natürlich - wie alle - schwer enttäuscht war, das Rennen nicht zu Ende fahren zu können. Martin Mohr war überzeugt: „Alle Piloten wären von Stint zu Stint auch noch schneller geworden wären, zumal sie durch ständige Gelbphasen eingebremst wurden!“

Von der Dunkelheit hellauf begeistert

Heinz Schmersal fuhr mit dem Flügeltürer in die Dunkelheit und war hellauf begeistert. Mit Rundenzeiten von knapp über 9.20 Minuten hatte der 65jährige Routinier gezeigt, daß er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. „Die Stimmung, die Lagerfeuer, die Fans: Es war einfach nur traumhaft, mit diesem Fahrzeug bei diesem Rennen dabei zu sein!“ Tiger übernahm anschließend das Steuer und der Flügeltürer tauchte erstmals in den Top 30 auf.

Das Aus im Pflanzgarten

Kollisionen passieren immer wieder im Motorsport. Sie basieren meistens auf Missverständnissen. So wie in diesem Fall zwischen Eckhard Geulen und Fredrik Larsson im Schubert-Z4 um 1.35 Uhr im Pflanzgarten. Der Schwede hatte zuvor den zweiten Gesamtrang eingenommen und fuhr laut diversen Augenzeugen „mit dem Messer zwischen den Zähnen“. Ohne dieses käme wohl auch niemand auf die Idee, an dieser Stelle ein fast gleichschnelles Fahrzeug zu überholen. Beide krachten zuerst rechts, dann links in die Leitplanken, beide Boliden wurden schwer beschädigt. Viereinhalb Stunden dauerte übrigens anschließend die Leitplankenreparatur!

Tiger: „Balance of Performance regelt leider nicht Verhalten auf Rennstrecke“

„Die feuchte Anfangsphase war für alle schwierig. Es wurde sehr defensiv gefahren, von Aggression keine Spur. Die Rücksichtnahme war mir sehr sympathisch“, schilderte Tiger, der aber auch zu bedenken gab: „Ich habe Eckis Unfall auf den Inboards verfolgen können und es bestätigte sich, dass im weiteren Rennverlauf immer brutaler und konsequenter wurde. Von der anfänglichen Rücksichtnahme seitens der Profis auf die Amateure war nichts mehr zu sehen. Das zum Unfall geführte Manöver war schlichtweg leichtsinnig und absolut vermeidbar! Durch immer größere Budgets, mehr Stars und Herausforderer, die die Bühne nutzen wollen, geht die Schere zwischen Werksteams und Amateursport so weit auseinander, dass beide gefährdet sind. Das hat mit Balance of Performance nichts zu tun, die regelt nur die Speerspitze des Werkssports, nicht aber das Verhalten auf der Rennstrecke!“

Eckhard Geulens Analyse des Unfalls kommt zum selben Ergebnis: „Wenn zwei schnelle Fahrzeuge in tiefster Nacht an dieser Stelle zwei andere, ebenfalls nicht langsame Fahrzeuge im Paket überholen, dann kann das eigentlich nur so enden, wie es hier endete.“

Porsche Zentrum Hagen auf Platz sieben

In der mit 21 Startern stark besetzten Klasse der Specials bis 4000 ccm kamen Dr. Johannes Kirchhoff (Iserlohn), Dr. Wolfgang Kemper (Menden), Gustav Edelhoff (Hemer) und Elmar Grimm (Münster) auf den guten siebten Platz. Die vier Piloten umrundeten mit dem Porsche Zentrum Hagen-911 GT3 RS den Eifelkurs 132 Mal und belegten den 45. Gesamtrang – passend zur Startnummer. Martin Mohr: „Die vier waren sehr gut unterwegs und bis auf ein kleines Motorproblem lief alles bestens. Nachdem wir alle Zündkerzen und Stabzündspulen erneuert hatten, konnte der Boxermotor auch wieder seine volle Leistung entfalten.“

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Fotos Start u. Boxenstop klick >>

Leider ist der SLS in der Nacht durch Unfall ausgeschieden!

 

 

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Fotos Startaufstellung klick >>

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Fotos vom 1. und 2. Zeittraining klick >>

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Mit richtiger Strategie in die Top 15

Mit einem starken Aufgebot reist das Radevormwalder race&event-Team zum ADAC 24 Stunden-Rennen an den Nürburgring: Heinz Schmersal (Wuppertal), Eckhard Geulen (Bonn), Klaus Dieter Frers (Delbrück) und Pseudonym-Pilot Tiger (Wuppertal) werden sich am Steuer des Mercedes-Benz SLS AMG GT3 abwechseln. „Unser Ziel lautet Gesamtrang 15“, sagt Team-Manager Martin Mohr. „In diesem Feld voller Werkswagen und werksunterstützter Teams werden wir als Privatteam nur über die Konstanz erfolgreich sein. Die Vorbereitungsrennen waren gut und wir sind bestens gerüstet.“

Für Heinz Schmersal geht heuer ein kleiner Traum in Erfüllung: ein 24 Stunden-Start mit einem Flügeltürer-Mercedes. „Der Ur-Flügeltürer aus den 1950er Jahren war schon ein absoluter Traumwagen und der neue ist es wieder“, sagt der 65jährige, der beide sein Eigen nennen darf. „Ich freue mich wahnsinnig, mit einem solchen Fahrzeug beim größten Rennen der Welt starten zu dürfen. Und ich werde der Startfahrer sein, das Erlebnis lasse ich mir nicht nehmen!“

Materialschonend und gute Wechsel

Zur Erfolgsmannschaft beim 24h-Rennen von Dubai Anfang des Jahres gehörte auch Tiger. „Dort hatten wir die drittkürzeste Boxen-Standzeit aller Top Ten-Teams. Zum einen haben wir Fahrer das Material etwas mehr geschont als bei einem kürzeren Rennen und zum anderen hat unsere Boxencrew fantastisch gearbeitet. Hieran wollen wir am Nürburgring anknüpfen.“

Eckhard Geulen ist zwar seit vielen Jahren Stammpilot bei race&event, doch den SLS kennt der Bonner nur von Testfahrten. „Das ist schon eine High-Tech-Maschine“, sagt der 44jährige. „Man sitzt wie in einem Formelwagen und hat eine relativ schlechte Rundumsicht. Ich werde mich langsam ans Limit herantasten.“ Die Unterschiede zu seinem etatmäßigen Porsche GT3 seien schon spürbar. „Der Mercedes hat Potential an anderen Stellen als der Porsche. Auch die Kraftentfaltung des Motors ist anders, dafür das Gewicht höher.“

Frers belegte 2007 Rang sechs

Am Steuer des race&event-Mercedes wird Klaus Dieter Frers sein fünftes 24h-Rennen auf dem Eifelkurs in Angriff nehmen. Seinen größten Erfolg im aktuellen Rennsport feierte der 58jährige 2007, als er zusammen mit Patrik Bernhardt, Jörg Hardt und Pièrre Kaffer seinen Porsche 911 GT3-RSR auf den sechsten Gesamtrang lenkte. 2008 feierte er einen zweiten Platz bei einem VLN-Lauf und beim 24h-Rennen lag man ebenfalls auf dem zweiten Platz, als eine Leitplanke den Traum beendete. Frers kommt aus dem Oldtimer-Rennsport, wo er bereits mehrere Gesamtsiege auf der Nordschleife feiern konnte. „Ich freue mich riesig auf das Rennen und die Zusammenarbeit mit race&event; vom Team bin ich sehr beeindruckt“, sagte Frers während einer ersten Sitzprobe im Flügeltürer. „Das ist ein tolles Fahrzeug und ein gutes Ergebnis sollte unser Ziel sein.“

Porsche Zentrum Hagen im GT3-RS

Neben dem eigenen Mercedes SLS AMG GT3 betreut race&event während des 24h-Rennens auch den Porsche 911 GT3-RS des Porsche Zentrum Hagen. Hier sind die Piloten Dr. Johannes Kirchhoff (Iserlohn), Dr. Wolfgang Kemper (Menden), Gustav Edelhoff (Hemer) und Elmar Grimm (Münster). Martin Mohr: „Bis auf eine unverschuldete Kollision beim fünften VLN-Rennen lief es bislang hervorragend für das Porsche-Team. Ich traue denen einen positive Überraschung zu und wir werden als Boxencrew unseren Teil dazu beitragen.“

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